Jil Sander möchte es noch einmal wissen:Mode made by Jil
Mit Disziplin und Geradlinigkeit errichtete Jil Sander ihr Modeunternehmen. Dann stieg sie aus, Raf Simons erneuerte die Marke. Nun muss sie ihr Haus zurückerobern.
"Jil Sander entwirft nicht Mode für jeden", stellte eine ihrer ersten Werbekampagnen fest. Sander positionierte sich stets oberhalb: fuhr Rolls-Royce, trug aber außer einer goldenen Rolex keinen Schmuck, blieb "aus Prinzip" den deutschen Schauen auf der Düsseldorfer Messe fern und versuchte 1975 ihre Kollektion in Paris vorzustellen. Vulgärchic, das Volumen eines Claude Montana, der Sex eines Thierry Mugler waren damals stilbildend; und man ließ sie, die kühle Deutsche mit den Blazern, Kaschmirmänteln und Blusen gnadenlos auflaufen. Von da an zeigte sie in Mailand und befreite in den folgenden Jahrzehnten die Frauen vom Zwang zur Opulenz und von der beengenden Uniform stereotyper Weiblichkeit.
Verkauft hat sie sich nie; nur für ihre Werbekampagnen, für die sie selbst Modell stand, gab sie sich her – mit Föhnwelle und strahlendem Lächeln, ganz zeitgenössisch im Farah-Fawcett-Look der beginnenden achtziger Jahre. Es ist das offizielle Foto, das bis heute kursiert. Von unvorteilhaften Bildern kaufte sie einfach die Rechte, um sie verschwinden zu lassen. Sie war gefragt, aber gab kaum Interviews, schützte ihr Privatleben.
Mehr Informationen unter http://www.zeit.de/lebensart/mode/2012-02/jil-sander
( Fotos und Text: www.zeit.de)
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